Wie ihr Hospitality- und Tourismusmarken auf Pinterest bewerbt

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Wie ihr Hospitality- und Tourismusmarken auf Pinterest bewerbt

96 % der Pinterest-Suchanfragen enthalten keinen Markennamen — und genau das ist die Chance

Hier ist eine Zahl, die verändern sollte, wie ihr über Pinterest-Werbung für Reise und Tourismus denkt: 96 % der meistgesuchten Begriffe auf der Plattform enthalten keinen einzigen Markennamen.

Die Nutzerinnen und Nutzer suchen nicht nach deinem Hotel, deinem Skigebiet oder deinem Reiseziel. Sie suchen nach „Highland Aesthetic", „Abenteuerreise Ideen" oder „Frühling Reiseziel Europa". Das Pinterest Predicts 2026 Report — basierend auf Suchdaten von 600 Millionen monatlich aktiven Nutzerinnen und Nutzern — zeigt zwei klare Richtungen: abenteuergetriebene Reisen (Suchanfragen für Adventure Tourism stiegen um 75 %, Motorsportevents um 85 %) und atmosphärische Fernziele wie die Schottischen Highlands (Suchen nach „Scotland Highlands Aesthetic" plus 465 %). Beide Richtungen sind suchintentionsgesteuert. Beide stehen für Reiseentscheidungen, die Wochen oder Monate vor der Buchung entstehen.

Wie ihr Hospitality- und Tourismusmarken auf Pinterest bewerbt

Für Hospitality- und Tourismusmarken ist das ein struktureller Vorteil. Die Frage ist, ob ihr so aufgestellt seid, dass ihr diese Menschen genau in diesem Moment erreicht — oder ob eure Anzeigen zu spät, im falschen Kontext und mit dem falschen Signal auftauchen.


Reiseabsichten entstehen früh, aber die meisten Anzeigen kommen zu spät

Reiseentscheidungen gehören zu den längsten Kaufzyklen im Konsumbereich. Eine Analyse von Amra and Elma LLC zeigt: 8 von 10 Reisenden buchen ihre Trips über das Mobiltelefon — die Inspirationsphase beginnt jedoch weit früher als jede Interaktion mit einer Buchungsplattform.

Ende 2023 hatten internationale Tourismusankünfte 88 % des Vor-Pandemie-Niveaus wieder erreicht (UNWTO). Die in Beherbergungsbetrieben verbrachten Nächte im ersten Quartal 2024 übertrafen sogar die entsprechenden Werte aus 2019 (Eurostat). Die Nachfrage ist zurück. Der Wettbewerb um die Aufmerksamkeit dieser Reisenden — in der Inspirations- und Überlegungsphase — ist im selben Mass gewachsen.

Pinterest ist strukturell auf genau diese Inspirationsphase ausgerichtet. Die Plattform funktioniert eher wie eine visuelle Suchmaschine als wie ein soziales Netzwerk. Wer im Februar Pins über alpine Landschaften speichert, plant eine Reise — er scrollt nicht passiv. Er sendet klare Signale: Reisezielabsicht, Formatpräferenz (immersiv, landschaftlich, im Freien) und Timing — alles bevor eine einzige Buchungsseite geöffnet wird.

Die meisten Tourismusmarken schöpfen das nicht aus. Die digitalen Werbeausgaben der Reisebranche stiegen 2023 um 132 % auf 344 Millionen Dollar (Amra and Elma LLC). Der Grossteil dieses Budgets fliesst jedoch in Google Search (hohe Absicht, hohe Kosten, kurzes Zeitfenster) oder Meta (breite Awareness, hoher Wettbewerb, sinkende organische Reichweite). Pinterest liegt zwischen diesen beiden Phasen — Reichweite während der Absichtsbildung — und bleibt im Werbemix der meisten Tourismusunternehmen deutlich unterrepräsentiert.


Warum generisches Interest-Targeting auf Pinterest nicht funktioniert

Die Standard-Vorgehensweise auf Pinterest: Promoted Pins auf „Reise" oder „Outdoor-Abenteuer" als Interest-Kategorien ausrichten. Das funktioniert auf einem Grundniveau. Aber es verschenkt das eigentliche Potenzial der Plattform.

Wenn 96 % der Suchanfragen ohne Markennamen stattfinden und Entdeckung an erster Stelle steht, befindet sich die Person in einem echten Offenheitszustand. Sie hat noch keine Entscheidung getroffen. Deine Anzeige muss nicht unterbrechen — sie muss zum visuellen und inhaltlichen Moment passen, in dem sich die Person gerade befindet. Ein Skifahrer-Video, das innerhalb eines Boards über „Winterreiseziele" erscheint, wirkt anders als dasselbe Video, das jemandem ausgespielt wird, der nur als „reiseinteressiert" markiert ist.

Generisches Interest-Targeting macht diesen Unterschied unsichtbar. Es erreicht Menschen, die in der Vergangenheit Reiseinteresse gezeigt haben — unterscheidet aber nicht zwischen jemandem, der günstige Städtereisen recherchiert, und jemandem, der gerade tief in der Planung für ein Skigebiet in Österreich steckt. Das Ergebnis: vergudete Impressionen bei Zielgruppen, die nicht im richtigen mentalen Zustand sind — und verpasste Impressionen bei denen, die es sind.

Adello PXLSTRM-Kampagnendaten zeigen diese Lücke konkret: Beim Standard-Placement (TrueView auf YouTube) waren 45 % der Impressionen wirklich relevant. Mit PXLSTRM's kontextuellem Video-Targeting stiegen relevante Impressionen auf 98 % — eine Verbesserung um 118 % — bei gleichzeitiger Reduktion des eCPM um rund 29 %. Der Mechanismus: Analyse des tatsächlichen Inhaltskontexts der Videoplatzierung, nicht nur demografischer Daten oder erklärter Interessen. Diese Lücke zwischen kontext- und interessenbasiertem Targeting existiert genauso auf Pinterest.


6 Ansätze für Pinterest-Werbung in Tourismus und Hospitality

1. Video Pins und Idea Pins für Destination-Storytelling

Pinterest-Nutzer reagieren auf Inhalte, die einen Ort zeigen — nicht beschreiben. Statische Pins funktionieren für produktähnliche Visuals (Hotelzimmer, Gericht, Pistenblick). Für Reisethemen speziell erzeugen Video-Formate — Video Pins und mehrseitige Idea Pins — messbar höheres Engagement, weil sie Atmosphäre und Massstab vermitteln.

Konkret bedeutet das:

  • Video Pins (6–15 Sekunden) eignen sich am besten für Destination-Reveal-Momente: Luftaufnahmen, Landschaftsübergänge, saisonale Szenen. Kein Dialog nötig. Untertitel sollten destinationsspezifische Begriffe enthalten, die Pinterests Algorithmus indexiert.
  • Idea Pins (mehrseitiges, dauerhaftes Format) eignen sich für Reiserouten-Inhalte: Tag 1 in den Dolomiten, Dreitages-Skiitinerar, Frühlingswanderführer. Diese bleiben noch Monate nach Veröffentlichung auffindbar.
  • Beide Formate profitieren von hochauflösender, farbtreuer Produktion. Pinterests Nutzerbasis besteht zu einem grossen Teil aus sorgfältig kurierenden Planern — Visuals mit schlechter Qualität werden im Discovery-Algorithmus aussortiert.

Wichtiger Hinweis zur Produktion: Pinterest-Videoanzeigen spielen im Feed ohne Ton ab. Die visuelle Kommunikation muss die Botschaft vollständig ohne Ton tragen.


2. Pinterest SEO: Keywords entscheiden über Sichtbarkeit — noch vor den Anzeigen

Pinterest funktioniert als Suchmaschine. Board-Namen, Pin-Titel und Beschreibungen werden alle indexiert. Für Paid-Kampagnen gilt dieselbe Keyword-Strategie wie bei Google Search — aber mit visuellem Intentionskontext.

Hochwertige Keywords für alpine und Hospitality-Destinationen kombinieren aktuell Ort und Aktivität („Österreich Skigebiet 2026", „Südtirol Frühlingswandern"), Ästhetik-Beschreibungen („Highland Aesthetic", „Berghütte Interieur") und erlebnisbezogene Phrasen aus Pinterests 2026-Trenddaten („Adventure Tourism Europa", „Remote Destination Reise").

Organische Keyword-Optimierung verstärkt den Wert von Paid-Placements. Ein Destinations-Board, das über sechs Monate hinweg konsistente Suchautorität aufgebaut hat, erhält algorithmische Bevorzugung. Organische Saves und Engagement senken den effektiven CPM bei Promoted Pins, die dieselbe Zielgruppe ansprechen.

Empfehlung: Zuerst die organische Content-Schicht aufbauen, dann Werbebudget einsetzen, um zu verstärken, was bereits funktioniert.


3. Pinterest Top-of-Search-Anzeigen für hochintentionale Suchanfragen

Pinterest hat Top-of-Search-Anzeigen im September 2025 eingeführt. In Testkampagnen erzielten diese Placements 29 % höhere Klickraten als Standard-In-Feed-Placements. Der Mechanismus ist direkt: Wenn jemand nach „Skigebiet Österreich" oder „Alpenurlaub Frühling" sucht, erscheint die Anzeige vor den organischen Ergebnissen.

Das ist das Pinterest-Äquivalent zu Google-Search-Werbung — die Platzierung wird durch eine konkrete Suchanfrage ausgelöst, nicht durch ein Interest-Profil. Für Tourismusmarken mit klar definierten geografischen Zielen rechtfertigt dieses Format einen höheren CPM, weil das Suchsignal explizit und eng ist.

Wann dieses Format sinnvoll ist:

  • Das Reiseziel ist spezifisch genug für eigene Suchbegriffe (nicht „Reise", sondern „Skifahren Dolomiten")
  • Das Budget erlaubt wettbewerbsfähige CPM-Rates im relevanten Markt
  • Die Landing Page passt inhaltlich und visuell zum Pin (Abweichungen zerstören die Conversion Rate)

4. Zielgruppen-Segmentierung über Lebensereignisse und Verhaltenssignale

Pinterests Targeting umfasst eine Kategorie für Lebensereignisse, die für Tourismus besonders relevant ist: „plant eine Reise", „frisch verlobt" (Flitterwochenabsicht), „plant einen Umzug", saisonale Peaks. Das sind erklärte Absichtssignale — keine abgeleiteten Interessen.

Lebensereignisse mit geografischem Targeting zu kombinieren ermöglicht bedeutsame Segmentierung ohne grossen Creative-Aufwand:

Zielgruppen-SignalKampagnentypFormat
Plant eine Reise + Deutschland / Österreich / CHDestinations-AwarenessVideo Pin
Frisch verlobt + WesteuropaFlitterwochenpaketIdea Pin
Saisonal (Dez.–Feb.) + SkiinteresseWintersportangebotPromoted Pin
Bisherige Website-BesucherRetargetingStandard Pin

Für Tourismusmarken im DACH-Raum reduziert die Kombination aus Geo-Targeting (AT, DE, CH) und Lebensereignissen vergudete Impressionen erheblich im Vergleich zu breiten Interest-Kategorien.


5. Kontextuelles Video-Targeting über PXLSTRM für Pinterest

Adello PXLSTRM ist kürzlich auf Pinterest-Placements ausgeweitet worden und ergänzt damit die bestehende YouTube-Präsenz. PXLSTRM funktioniert grundsätzlich anders als Pinterests natives Targeting-System. Anstatt Nutzer anhand erklärter Interessen oder demografischer Daten anzusprechen, analysiert PXLSTRM den Inhaltskontext — welche Art von Content eine Videoplatzierung umgibt — und matcht Anzeigen mit kontextuell relevanten Momenten.

In der Praxis für Tourismus und Hospitality: Eine Videoanzeige für ein Skigebiet in Schladming erscheint innerhalb von Pinterest-Videoinhalten, die kontextuell mit alpinen Landschaften, Wintersport, Outdoor-Abenteuern oder österreichischem Reisen zusammenhängen — nicht einfach bei allen, die als „reiseinteressiert" markiert sind. Der Unterschied ist relevant, weil Pinterest-Nutzer in aktiven Planungssitzungen dichtere Kontextsignale erzeugen, als es Standard-Interest-Profile erfassen können.

Was das operativ löst:

  • Impressions-Relevanzrate steigt von rund 45 % (Standard) auf 98 % unter kontextuellem Targeting (gemessen in vergleichbaren YouTube-Kampagnen)
  • Brand Safety: Anzeigen erscheinen nicht in inhaltsfremden Kontexten
  • Budgeteffizienz: niedrigerer eCPM bei relevanten Impressionen (rund 29 % Reduktion in vergleichbaren Kampagnen beobachtet)

Für Tourismusmarken, die Mobile Programmatic Video auf Pinterest schalten, liefert PXLSTRMs kontextueller Layer eine Targeting-Präzision, die Plattform-native Tools nicht erreichen. Das Ergebnis ist ein höherer Anteil an Impressionen bei Nutzerinnen und Nutzern, die aktiv mit Reiseinhalten interagieren — dem Segment mit der höchsten Wahrscheinlichkeit zu speichern, zu klicken und zu konvertieren.


6. Koordination mit Mobile Advertising und programmatischen Kanälen

Pinterest allein deckt die Reiseentscheidung nicht vollständig ab. Die Inspirationsphase entsteht dort, aber die Consideration- und Konversionsphase läuft oft auf mobilen Apps, Suchmaschinen und Direct-Booking-Engines. Eine koordinierte Strategie — Pinterest für Awareness und Intention, Mobile Advertising für Retargeting und Conversion — schliesst diese Lücke.

Für DACH-Marken konkret: Das Keyword-Cluster rund um Social Media Marketing Schweiz, Mobile Werbung und programmatische Werbung deutet auf eine Zielgruppe hin, die bereits auf diesen Kanälen aktiv ist. Pinterest-Kampagnen können als oberer Funnel genutzt werden, während programmatische Display-Kampagnen mit Adello Mobile DSP die gewonnene Aufmerksamkeit in der Entscheidungsphase weiter begleiten.


Warum jetzt handeln — das Planungsfenster für 2026 ist bereits offen

Der Pinterest Predicts 2026 Report basiert auf Suchdaten von September 2023 bis August 2025. Die darin identifizierten Trends — Adventure Tourism, atmosphärische Fernziele, erlebnisgetriebenes Reisen — sind keine Prognosen. Sie sind bereits in der Suchaktivität der Plattform sichtbar. Wer darauf in 2026 reagieren will, muss heute beginnen.

Tourismusmarken, die ihre Pinterest-Präsenz und Zielgruppen-Autorität in Q1 und Q2 2026 aufbauen, profitieren gegenüber denen, die bis zur Hochsaison warten. Pinterests Algorithmus belohnt konsistenten, hochengagierten Content mit wachsender organischer Reichweite über Zeit. Paid-Kampagnen, die vor dem Peak des Destination-Interesses starten, profitieren von niedrigeren CPMs und bereits etablierter Pin-Autorität.

Dazu kommt ein Budget-Argument: Pinterest Werbung und verwandte Begriffe wie YouTube Werbung und Zielgruppen Werbung haben im deutschsprachigen Raum noch keine hohe Wettbewerbsdichte erreicht. Die CPMs befinden sich noch deutlich unter dem wahrscheinlichen Niveau von 2027. Wer jetzt in diesen Kanal investiert, sichert sich Effizienzvorteile, die später teuer zu erkaufen sind.

Für DACH-Tourismusmarken gilt ausserdem: Die Segmente Marketing für Restaurants und Hospitality-Keywords, bei denen Adello bereits in den Rankings erscheint (Position 21), zeigen eine bestehende Zielgruppe, die auf Tourismusthemen reagiert. Pinterest-Werbung, koordiniert mit einer Mobile-DSP-Kampagne, verlängert dieselbe Reichweite in die visuelle Planungsphase.


Fazit: Pinterest ist kein Zusatzkanal — es ist der früheste Punkt der Entscheidung

Pinterest ist ein strukturell nützlicher Kanal für Tourismus- und Hospitality-Werbung, weil er Nutzerinnen und Nutzer in der Entstehungsphase einer Reiseentscheidung erfasst. Bevor Destinationsloyalität entsteht. Bevor Buchungsabsicht sich auf Preisvergleiche verengt.

Die Plattform belohnt Inhalte, die den aktuellen Erkundungsmoment des Nutzers treffen: kontextuell relevantes Video, destinationsspezifische Keywords, mobile-native Formate.

Die digitalen Werbeausgaben der Reisebranche wachsen weiter. Die entscheidende Frage ist, an welchem Punkt des Funnels das Budget eingesetzt wird.


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